Anmerkungen zur Aufführung der MISSA BREVIS IN F KV 192 von W. A. Mozart anläßlich der Mozartwoche 2025 am Sonntag 2.Februar

18 Messen für den katholischen Gebrauch hat Mozart (vor allem in seiner Salzburger Zeit) komponiert, davon gehören 6 dem Typ „Missa brevis“ an, was wiederum auf die Vorgaben des Salzburger Erzbischofs als Dienstherr Mozarts, zurückzuführen ist. Das Autograph dieser Messe ist mit „Salzburg, 24.Juni 1774“ datiert: Mozart war als Komponist also 18 Jahre jung.

Die Missa brevis in F hat im Laufe der Zeit zwei Beinamen bekommen: „Kontrapunktmesse“ und „Kleine Credo-Messe“. Der erste Beiname rührt daher, dass keine weitere Missa brevis Mozarts auch nur annähernd so kontrapunktisch gearbeitet ist wie diese: also sehr viele fugierte Teile und eine Stimmführung mit großer Eigenständigkeit der vier Chorstimmen anstatt homophoner Chorsätze. Dieses Prinzip zieht sich durch alle Teile der Messe ohne je theoretisch oder gar langweilig zu wirken. Im Gegenteil: Mozartische Anima und großartige Einfälle sprudeln nur so hervor als wäre alles die pure Leichtigkeit!

Schon im lebhaften Allegro des Kyrie werden der Chor, Solisten und das Streichorchester ganz gleichwertig zueinander behandelt. Im Gloria kommen die vier Solisten etwas mehr zur Geltung und nach einem kurzen Fugato „Cum Sancto Spiritu“ beeendet der Chor das Gloria mit einem dahingehauchten „Amen“. Das Credo bringt von Anfang an immer wieder die erratisch vierstimmigen Rufe des Chores: „Credo, credo!“ daher stammt auch der Beiname „Kleine Credo-Messe“ (im Vergleich zur ausladender angelegten „Großen Credo-Messe“ KV 257). Dem Text „Et incarnatus est“ wird wenig Platz eingeräumt und es geht gleich weiter zu „Crucifixus“ wiederum mit einem Fugato (verkleinerte Fuge) und dem abschließenden „Et vitam venturi“ wiederum kontrapunktisch samt beschließendem „Credo, credo!“.

Das Sanctus beginnt eher lieblich mit einem Andante, daran schließt sich das „Hosanna“ sehr bewegt und jubilierend. Das darauf folgende Benedictus wechselt in die Tonart B-Dur, als Subdominante eine enge Verwandte der Grundtonart F-Dur. Mit dem Hosanna aus dem Sanctus kehrt Mozart in die Grundtonart zurück. Der letzte Satz, das Agnus Dei beginnt mit einem sehr stimmungsvollen Adagio das großteils von den Solisten ausgeführt wird und geht unmittelbar über in ein tänzerisches Allegro im 3/8-Takt mit der Friedensbitte „Dona nobis pacem“, gesungen vom Chor und entläßt die Zuhörer beschwingt und mit einer optimistischen Aussage aus der Messe.

Bernhard Gfrerer